Was sind personenbezogene Daten?
Recht
07. Mai 2020

Was sind personenbezogene Daten?

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Dr. M. Dornbach

Im Zusammenhang mit der DSGVO ist häufig von personenbezogenen Daten die Rede. Entsprechend Artikel 4 der DSGVO handelt es sich bei personenbezogenen Daten um alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Eine betroffene Person gilt dann als identifizierbar, wenn sie direkt oder indirekt mittels Zuordnung einer Kennung, zu einem Namen, einer Kennnummer, spezifischen Standortdaten oder zu sonstigen Merkmalen identifiziert werden kann. Personenbezogene Daten sind also im Grunde alle Informationen, die unweigerlich auf eine bestimmte Person hindeuten. Die Formulierung „alle Informationen“ in der DSGVO zeigt bereits, dass der Begriff „personenbezogene Daten“ so weitläufig wie möglich auszulegen ist, um sicherzustellen, dass keine relevanten Informationen vernachlässigt werden. Des Weiteren besagt das Gesetz, dass personenbezogene Daten eben nur für natürliche Personen gelten und nicht für juristische Personen, wie Unternehmen, Körperschaften oder Stiftungen. Eine natürliche Person erlangt ihre Rechtsfähigkeit mit ihrer Geburt und verliert sie mit ihrem Tod – dementsprechend müssen personenbezogene Daten einer bestimmten oder bestimmbaren, lebenden Person zuzuordnen sein.

Naheliegende Beispiele für personenbezogene Daten sind: Name, Anschrift, Telefonnummer, Kontodaten, Autokennzeichen oder eine Kundennummer. Anhand dieser Daten ist eine Person zumeist sofort identifiziert oder kann durch kurze Recherche identifiziert werden. In der digitalen Welt fallen jedoch weitere personenbezogene Daten an, die es zu beachten gilt. Dazu zählen Standortdaten und oft auch IP-Adressen. Eine IP-Adresse gilt dann als personenbezogen, wenn anhand ihrer selbst oder mit der Hilfe von Zusatzinformationen ‒ die auch durch Dritte, wie beispielsweise den Internetprovider, bereitgestellt werden können ‒ die Identität der Person vor dem Bildschirm bestimmt werden kann. Wichtig zu wissen ist auch, dass nicht nur objektive Informationen als personenbezogene Daten gelten, die unter den Datenschutz fallen. Auch subjektive Bewertungen oder Einschätzungen können als personenbezogene Daten gelten, wenn es sich beispielsweise um die Beurteilung der Kreditwürdigkeit einer betroffenen Person handelt oder um ein Arbeitszeugnis. Neben allgemeinen personenbezogenen Daten gibt es die besonderen Kategorien von personenbezogenen Daten, die von besonderer Relevanz sind. Diese benötigen ein höheres Schutzniveau, als allgemeine personenbezogene Daten. Hierbei handelt es sich um genetische, biometrische oder sonstige Daten, welche beispielsweise die Gesundheit einer betroffenen Person abbilden. Ebenso sind personenbezogene Daten, aus denen sich die Herkunft, die religiöse Weltanschauung oder die politische Meinung einer Person ableiten lassen besonders schützenswert. Anonymisierte Daten, bei denen eine Person auch mit Zusatzinformation nicht mehr eindeutig identifiziert werden kann, zählen nicht zu den personenbezogenen Daten.

Kurz und knapp
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    Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen.
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    Eine Person, die erst durch weitere Daten identifiziert werden kann, ist pseudonym.
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    Anonyme Daten zählen nicht zu den personenbezogenen Daten.
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